Entmaterialisierung der Wirtschaft

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Um Wirtschaftswachstum von Klima- und Umweltbelastung zu entkoppeln und somit den CO2 Ausstoß zu reduzieren, ist es sinnvoll sein, den Materialverbrauch und somit den Rohstoffeinsatz zu reduzieren. Dies kann einerseits dadurch gelingen, indem materielle Produkte durch Dienstleistungen ersetzt werden. Andererseits gilt es den Materialeinsatz insgesamt zu optimieren. Dabei sind die spezifischen Materialströme und die von ihnen ausgehenden Umweltbelastungen zu erfassen. Friedrich Schmidt-Bleek hat dafür den MIPS vorgeschlagen. Der “Material-Input pro Service-Einheit”. MIPS basiert also auf dem Rohstoffverbrauch eines Produkts (der aus Eigengewicht plus ökologischem Rucksack besteht).

Das Wuppertal Institut hat eine Tabelle mit Daten zur Materialintensität (MIT) herausgegeben. Es wird deutlich wie viel Materialeinsatz hinter einem Produkt steht.

Wird diese Entkoppelung von Produkten und Materialeinsatz Arbeitsplätze kosten oder schaffen?

Wenn es gelingt auch die kleinen und mittelgroßen Unternehmen mit dem entsprechenden Effizienzwissen auszustatten, ist davon auszugehen, dass eine Steigerung der Energie- und Materialeffizienz (Faktor-X) auch neue Arbeitsplätze schaffen kann.

Wird Verzicht notwendig sein?

Da ein massiver Konsumverzicht in den entwickelten Ländern politisch nur schwer, wenn überhaupt, durchsetzbar ist, sollte die Produktion von Gütern mit niedriger Wertschöpfung wieder regionalisiert werden. Dadurch kann zumindest der exzessive Materialtransport eingedämmt werden. Wichtig ist die technische Weiterentwicklungen der vielen Dinge des tägliche Lebens, um diese mit weniger Materialeinsatz herzustellen.

Einen Beitrag die Zukunft zu gestalten liegt darin, die Dematerialisierung der Produktion und die Entwicklung von CO2-armen Dienstleistungen voranzutreiben. So kann Technik das Ziel von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg unterstützen, die materialistische Wachstumsideologie westlicher und östlicher Prägung abzulösen. Doch trotz Regionalisierung und Materialeffizienz sollte auch klar sein, dass Leben nur dann auf der Erde langfristig möglich, wenn entsprechende Einschnitte im quantitativen Lebensstandard stattfinden.

Für eine Menschheit mit lebenswerter Zukunft.

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Nur Fliegen ist schöner

Ein Kommentar von Dirk Werhahn

Fliegen02

Ob unterwegs auf Geschäftsreise oder in den Urlaub, immer mehr Reisende nutzen das Flugzeug. Im Jahr 2006 flogen laut Statistisches Bundesamt 5,6 % mehr Passagiere als im Vorjahr.

Neben den negativen Effekten für die Atmosphäre, hat nun beispielsweise der Betreiber des Flughafen in Stuttgart eine Studie veröffentlicht, der zu entnehmen ist, dass eine weitere Start- und Landebahn notwendig ist. Flugverkehr gefährdet somit nicht nur die Luft, sondern auch die Erde.

Doch es gelingt nicht immer auf das Fliegen zu verzichten. Wem Klimaschutz aber wichtig ist, kann das Angebot Atmosfair nutzen. Auf deren Homepage gibt es einen Emissionsrechners, mit dem ermittelt werden kann, wie viel Klimagase die jeweilige Reise verursacht. Dann kann ein Beitrag bezahlt werden, der dazu beiträgt, dass Projekte mit dem Ziel durchgeführt werden, an andere Stelle die Menge klimaschädlicher Gase zu vermeiden. So lässt sich der Schaden, der für die Umwelt durch einen Flug entsteht zwar nicht ungeschehen machen, doch zumindest reparieren.

Beispiel: Stuttgart nach Barcelona

Die Emissionen einer Person auf einem einfachen Flug von Stuttgart nach Barcelona entsprechen der Klimawirkung von etwa 300 kg CO2, insgesamt auf Hin- und Rückflug etwa 600 kg CO2. Diese Menge CO2 kann atmosfair in einem Klimaschutzprojekt für 13,00 Euro einsparen.

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