Weltweiter Autofreier Tag (WCFD)

Gefunden von Dirk Werhahn

Am 16. September beginnt die European Mobility Week, die am 22. September mit dem „Autofreien Tag“ endet.

Dieser Tag soll zeigen, dass eine autodominierte Gesellschaft nicht akzeptiert werden muss. Er soll sichtbar werden, wie unsere Städte aussehen könnten, – ohne Autos – an 365 Tagen im Jahr. Dadurch kann auch deutlich werden, wie autofreie Lebensstile und wie die Abkehr von der autogerechten Planung von Städten und Kommunen gelingen kann.

Ziel ist eine bessere, eine friedliche, sichere und umweltfreundliche Zukunft für junge und alte, kranke und gesunde, arme und reiche Menschen.

Eine spannende Idee kommt aus San Fransisco. Dort wandeln KünstlerInnen, AktivistInnen und andere WiderständlerInnen am sogenannten parking day, Parkplätze für Autos zu PARKplätz für Menschen um. Auch für Berlin ist eine ähnliche Aktion geplant.

Drucken
…………………

Grüne Autos sind im Kommen

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Als habe der US-amerikanische Autohersteller General Motors (GM) in den Papieren der GRÜNEN gelesen und sich den Satz „Nur mit neuer umweltschonender Automobiltechnik erreichen wir eine zivilisierte Mobilität.“ aus dem Green Car Concept (pdf – 330 kB) zu Herzen genommen.

Zwar ist nicht ökologische Einsicht Grundlage für das Umdenken von GM, aber der ökonomische Druck ist nun zu hoch: Wegen der steigenden Benzinpreise wird GM verstärkt kleinere Autos mit niedrigerem Kraftstoffverbrauch herstellen. Deshalb will GM in Nordamerika vier Werke schließen, die große Fahrzeuge wie sportlicher Geländewagen und Pick-Up-Transporter produzieren. Ganz deutlich wird der Kurswechsel durch die Überlegungen von GM, die Geländewagenmarke Hummer zu verkaufen. Laut Pressemeldungen sind die Absatzzahlen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent eingebrochen.

Die Forderungen der GRÜNEN nach Effizienzsteigerung und Downsizing der Autos wurden in der Vergangenheit von den Automobilherstellen nur mäßig gehört. Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Automobilhersteller die Signale aus den USA nun wahrnehmen und zeitnah die von den GRÜNEN aufgezeigten Möglichkeiten ausschöpfen: Kraftstoffverbrauch senken, weniger Gewicht, Leichtlaufreifen, elektronische Schaltempfehlung und optimierte Verbrennungsmotoren lassen die CO2-Emissionen weiter sinken.

Neben den technischen Möhglichkeiten ist die Weiterentwicklung politisch zu stützen: Die grüne Forderung muss umgesetzt werden, ab dem Jahr 2012 gilt der CO2-Grenzwert von 120 g/km und ab 2020 80 g/km. Fahrzeuge, die 2012 mehr als 240g CO2 ausstoßen, dürfen keine Zulassung mehr erhalten. Daneben muss zeitnah das Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen eingeführt werden. Auch muss es steuerlich positive Auswirkungen haben, wenn ein verbrauchsarmes Auto gefahren wird.

Drucken

…………………………………..

Städte für Menschen

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Platz in LudwigsburgDie Stadt stellt den Menschen mit seinen unterschiedlichen Ansprüchen in den Mittelpunkt. Dies gelingt dadurch, dass die getrennten Funktionen des öffentlichen Raums wieder miteinander verbunden und als eine Einheit betrachtet werden. Die Qualität des Lebensraums wird verbessert. Das Konzept wird als Shared Space bezeichet und wird in einem EU-Projekt (pdf – 830 kB) seit 2004 erprobt. Die Stadt Brohmte beteiligt sich mit großem Erfolg daran und die FAZ berichtet darüber. Seit dem 19. Juni ist die neue Verkehrsführung eingeweiht. (Die Bilder zu diesem Beitrag sind in Ludwigsburg aufgenommen.)

Der Augenmerk von vielen für die Stadtplanung Verantwortlichen liegt auf dem Verkehr. Ein Blick in die Städte zeigt, dass die Funktion Verkehrsraum die Gestaltung unser Umgebung entscheidend prägt, obwohl er nur eine der vielen möglichen Funktionen darstellt. Das Konzept Shared Space macht hingegen einen deutlichen Unterschied zwischen Verkehr und Verweilen.

  • Ein Raum zum Verweilen dient dem zwischenmenschlichen Kontakt. Hier ist Raum für Menschen und dieser fordert zu sozialem Verhalten von Mensch zu Mensch auf. An diese Bedingung haben sich auch diejenigen zu halten, die sich auf der Durchfahrt befinden und diesen Raum nur durchkreuzen.
  • Dient ein Raum dem Verkehr, so gelten andere Regeln. Dies gilt sowohl für das Verhalten als für die Gestaltung, denn ein Verkehrsraum soll für eine möglichst schnelle Überbrückung von längeren Abständen. Verkehr ist in der Regel Mittel zum Zweck, einen anderen Ort zu erreichen. Verkehr ist nicht Zweck an sich.

Die verschiedenen Funktionen des öffentlichen Lebens sind miteinander zu vereinigen: Wohnen, Arbeiten, Ökologie, Wasserwirtschaft, Tourismus, Kultur etc. Die Kombination dieser Funktionen erhöht den Erlebniswert unserer Umgebung und macht sie des Verweilens wert, weil wir dadurch einen Einblick in unser gesellschaftliches Miteinander geben und erhalten.

Mit der Zunahme des Autoverkehrs wurden die Straßen immer mehr zum Verkehrsraum definiert. Weite Teile des öffentlichen Raums dienen in der Zwischenzeit hauptsächlich oder sogar ausschließlich dem Autoverkehr. Diesem muss sich alles unterordnen. Und so sehen auch unsere Straßen und Plätze aus. Sie steht ganz im Zeichen des Verkehrs: diese unterstützt zwar einem reibungslosen Verkehrsablauf, aber wir teilen uns den Raum nicht mehr, sondern haben ihn eingeteilt. Er ist ein System von Regeln, Geboten und Verboten geworden, dem wir uns als Menschen anpassen und unterordnen müssen. Verkehrsregeln sind wichtiger geworden als soziale Umgangsformen. Dies gilt es wieder umzukehren, so dass soziale Umgangsformen wieder im Mittelpunkt stehen.

In unseren Städten sollen nicht weiterhin Verkehrsverhalten „so schnell wie möglich, einheitlich geregelt, an einen anderen Ort kommen“ Vorrang haben. Sondern Verweilen mit seinen sozialen Umgangsformen „mit spontanen Einfällen, unvorhersehbar, willkürlich und relativ langsam“ soll im Mittelpunkt stehen. Städte sollen wieder Menschenräume sein und nicht Verkehrsraum bleiben!

Die Anträge des Grünen-Gemeinderats in Ludwigsburg haben die anderen Fraktionen nicht begeistert und wurde nicht angenommen. In Hamburg aber wurde von CDU und DIE GRÜNEN vereinbart: „In jedem Bezirk soll ein Shared-Space-Projekt umgesetzt werden. Die Bezirke sind aufgefordert, geeignete Verkehrsflächen vorzuschlagen.“ Es geht also!

Drucken

…………………………………..

Automobilverkehr einschränken

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Lindenstraße 2007Dez

Der Flächenverbrauch ist (lt. Knoflacher 1993) entsprechend der Fortbewegungsmittel sehr unterschiedlich. „So benötigt ein Fußgänger beispielsweise nur 0,95 m² bei einer Geschwindigkeit von 4 km/h. Ein Fahrrad 1,2 m² bei Stillstand und 6,7 m² bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Das Auto verbraucht beim Parken 10,7 m² Straßenfläche pro Person, bei 30 km/h 75,3 m² Straßenfläche pro Person und bei 50 km/h 199 m² Straßenfläche pro Person .“

Im Sinne eines ökologischen Umgangs mit der Natur macht es Sinn, den Automobilverkehr deutlich einzuschränken.

Drucken

WordPress Blogmap