Urbane Landwirtschaft – Guerilla Gardening

„Spannende Idee“ meint Dirk Werhahn

Es wird Zeit sich mit der Idee einer urbaner Landwirtschaft auseinandersetzen. Diese verfolgt u.a. das Ziel, die Potentiale der Nahrungsmittelerzeugung in den Städten deutlich zu erhöhen.

Die Umweltkatastrophe, als Folge der Ölpest im Golf von Mexiko,  macht deutlich, wie gefährlich fossile Brennstoffe sind. Diese Gefahren beschränken sich nicht nur auf deren Verbrennung, sondern auch auf deren Förderung und deren Transport. Mit den Gefahren der atomaren und fossilen Brennstoffe und dem notwendigen Verzicht darauf, ist auch immer stärker die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion in Frage gestellt.

Durch eine urbane Landwirtschaft kann das Regionale und das Lokale wieder an Bedeutung und Wertschätzung gewinnen. In Paris, London oder Berlin entstehen bereits seit geraumer Zeit Community Gardens, Jardins Partagés, City Farms, Interkulturelle Gärten, Nachbarschaftsgärten, Bewohnergärten und andere Formen der Gemeinschaftsgärten. Landwirtschaft kehrt wieder in unsere Städte zurück: Menschen nehmen den öffentlichen Raum in Besitz und begrünen diesen. Sie bauen Lebensmittel mitten in der Stadt an. Diese werden getauscht und geteilt. Es wird gemeinsam gegessen und gefeiert. So entsteht Zugehörigkeit zu sozialen Netzwerken. Es werden neue Erfahrungen mit Heimat gemacht. Die Wertschätzung von Wahlverwandtschaften und von Freundschaften steigt. Menschen können zur Ruhe, sie genießen ein gutes Essen oder einfach den Moment. Das ist Work-Life-Balance.

Zur Urbanen Landwirtschaft gibt es auch ein kleines Video: In diesem Spiel hat der faschistische Diktator einer Stadt, den ganzen grünen Raum in der Stadt abgeschafft! Bäume und Blumen werden verboten! Guerillagärtner machen die Stadt wieder grün und versuchen die apathischen Bürger in den fröhlichen Aufstand mit hineinzuziehen.

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Gesundheit – interessesante Verbindungen

Notiert von Dirk Werhahn

Bei der Frage, was denn Gesundheit bedeutet, bin ich auf interessante Verbindungen gestoßen:

Nach der WHO (Verfassung von 1946) ist Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialenWohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung. Die Gesundheit aller Völker ist eine Grundbedingung für den Weltfrieden und die Sicherheit; sie hängt von der engsten Zusammenarbeit der Einzelnen und der Staaten ab.  […] Die gesunde Entwicklung des Kindes ist von grundlegender Bedeutung; die Fähigkeit, harmonisch in einer in voller Umwandlung begriffenen Umgebung zu leben, ist für diese Entwicklung besonders wichtig. Für die Erreichung des besten Gesundheitszustandes ist es von besonderer Bedeutung, dass die Erkenntnisse der medizinischen, psychologischen und verwandten Wissenschaften allen Völkern zugänglich sind. Eine aufgeklärte öffentliche Meinung und eine tätige Mitarbeit der Bevölkerung sind für die Verbesserung der Gesundheit der Völker von höchster Wichtigkeit. […]“

Die Definition der Christian Medical Commission (CMC) – die Gesundheitskommission des Ökumenischen Rat der Kirchen – greift diesen Begriff auf uns ergänzt ihn: Gesundheit ist eine dynamische Seinsart des Individuums und der Gesellschaft. Ein Zustand des körperlichen, geistigen, seelischen, geistigen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Wohlbefindens, der Harmonie mit anderen, mit der materiellen Umwelt und mit Gott.“

Gesundheit wird dynamisch verstanden und sowohl auf das Individuum wie auch auf der Gemeinschaft bezogen. Die spirituelle Dimension wird ausdrücklich in die Gesundheitsdefinition mit eingezogen und die Gesundheit eines Menschen wird auf die Beziehung des Menschen zu sich, zur Umwelt und zu Gott bezogen. Damit nimmt die Definition das biblische Menschenbild auf, nach dem der Mensch eine unteilbare Einheit aus Körper, Seele und Geist ist und im Netz von Beziehungen eingebunden ist. Diese Beziehung zu Gott ist für Christinnen und Christen wesentlich und deshalb ist von Gott getrennt leben nach den Vorstellungen der unteilbaren Einheit von Körper, Geist und Seele nicht gesund.

Das hebräische Shalom, d. h. vollkommene Gesundheit aller Menschen bezieht sich auf einen endzeitlichen Zustand. In den Heilsgeschichten von Jesus wurde Heilungen als Zeichen des Heils erfahrbar. Christinnen und Christen sind beauftragt und befähigt, heilend in der Welt zu wirken und Schritte auf dem Weg zum Heil gehen. Dabei ist klar, dass Heilung immer ein mehrdimensionaler Schritt ist. Die Sorge um das leibliche Wohlbefinden ist ein Teil davon, aber Heilung ist mehr als Beseitigung körperlich/seelischer Defizite und bezieht sich immer auf das Individuum und auf die Gemeinschaft. Da der Mensch selbst eine unteilbare Einheit ist, bestehen vielfältige Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Seele. So kann z. B. die Heilung der Beziehung eines Menschen zu Gott und zu seinen Mitmenschen Auswirkungen auf sein leibseelisches Befinden haben. Gesund bzw. heil im christlichen Sinne ist der Mensch, der in einer guten Beziehung zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst lebt.

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