Rede auf dem Landesparteitag

Die Rede von Dirk Werhahn,  9. Oktober 2011, Aalen
(weicht vom gesprochenen Wort ab)

Liebe Freundinnen und Freunde,

es waren gute zwei Jahren. Gerne will ich meine Erfahrungen als Basismitglied auch in den nächsten zwei Jahren einbringen und bitte um Euer Vertrauen und Stimme für einen Sitz im Parteirat.

Uns als Landesvorstand ist es zusammen mit Euch gelungen, in Baden-Württemberg Themen zu setzen, Menschen zu vernetzen und die Entwicklung zu gestalten.  Daran will ich weiterarbeiten.

Mein politisches Bestreben war und ist: Bei der Ökologisierung der Wirtschaft auch immer Soziale Gerechtigkeit mit zu denken. Denn Menschen, die Beziehung, Anerkennung und Wertschätzung erfahren, sind auch motiviert zu gestalten – ihr eigenes Leben, Ihr persönliches Umfeld und auch die Zivilgesellschaft. Dieses Menschenbild motiviert mich.

Bausteine von sozialer Gerechtigkeit sind Bildung und nachhaltige Haushaltspolitik. Soziale Gerechtigkeit schaut auch aktiv danach, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht größer wird. Soziale Gerechtigkeit hat auch in Zeiten in denen die Arbeitslosigkeit sinkt das Schicksal und die Unterstützung von Langzeitarbeitslose im Blick.

Wenn wir als Bundesland in Bildung und Soziale Gerechtigkeit investieren wollen, brauchen wir auch entsprechende Einnahmen. Wir Grüne sollten uns für ein Steuersystem einzusetzen, das fair, sozial und ökologisch ist. Es kann nicht sein, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Ich frage mich. Ist allen Akteuren in der Finanzbranche Art 14 Grundgesetz bekannt? „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Neben den politischen Zielen geht es um die Aufgabe, die Organisation voranzutreiben. Für das würde ich mich in Zukunft als Mitglied im Landesvorstand einsetzen – so Ihr mich wählt:

  • Die Weiterentwicklung der grünen Programmatik liegt mir am Herzen. Hierzu benötigen wir einen kreativen Dreiklang. Einen Dreiklang aus Regierung, Fraktion und Partei. Dabei soll die Partei ein eigenständiges selbstbewusstes Gegenüber zur Regierung und zur Fraktion sein. Für diesen Klang will ich beitragen.
  • Über 1.000 neue Mitglieder innerhalb des letzten Jahres sind ein toller Erfolg. Weisen auch auf Veränderungen hin. Dabei geht es weniger um Inhalte. Denn die aktuelle grüne Umfrage zeigt, dass auch Neumitgliedern Werte wie Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, Verantwortung für kommende Generationen, Frieden und Soziale Gerechtigkeit wichtig sind. Viele der neuen Mitglieder wollen sich mit Ihren unterschiedlichen Zielen, Vorstellungen und Bedürfnissen – in die grüne Arbeit einbringen. Als Kreisvorstand im KV Ludwigsburg sehe ich die Herausforderung, Menschen mit langer Parteierfahrung mit Menschen zusammen zu bringen, die neu bei uns sind. Toll ist, dass 57 Prozent der Neumitglieder aktiv sein und sich einbringen wollen. Hierfür sollten wir Räume in Aktionen und Projekte schaffen.
    Orte sollen die Landesarbeitsgemeinschaften sein. Als Sprecher der LAG WiSo will ich dazu beitragen, dass die LAGen Orte der Programmatik, der Vernetzung, des Dialogs und des lebendigen Streits sind. Uns ehrenamtlichen muss die Arbeit Spaß machen. Dafür will ich mich einsetzen.
  • Baden-Württemberg soll noch grüner werden. Noch haben wir von den im Landtag vertretenen Parteien die jüngste WählerInnenschaft: 2011 waren 40,3 Prozent der GRÜNEN-WählerInnen unter 45 Jahre alt. Aber 2006 waren dies noch über 50 Prozent.
    Zusammen mit Euch von der GRÜNEN JUGEND sollten wir klar aufzeigen, dass wir für junge Menschen die beste Alternative sind. Gut dass es Euch und Eure kritischen Stimmen gibt.
    Bei der Landtagswahl haben wir in vielen Wahlkreisen Stimmen dazu gewonnen. Doch gibt es auf der Landkarte von Baden-Württemberg immer noch – sagen wir mal – hellgrüne Gegenden.
    Diese Kreisverbände benötigen auch Unterstützung bei der Organisation der kontinuierlichen Parteiarbeit. Denn trotz hohem Engagement ist diese Präsenz nicht nur ehrenamtlich zu leisten. Hierfür will ich mich einsetzen. Denn die Wahlen gewinnen wir auch in der Fläche.

Stuttgart 21: Als Sprecher des im Juni 2010 gegründeten Ludwigsburger Bürgerbündnisses gegen Stuttgart 21, kann ich nur dazu ermutigen, lokale Bündnisse zu pflegen, auszubauen oder neue zu schließen. Gemeinsam wollen wir unsere Zeit und Kraft für ein JA zum S21-Kündigungsgesetz einbringen. S21 ist wirtschaftlich und verkehrspolitisch so unsinnig. Wir müssen die Abstimmung gewinnen.

Ich komme zum Schluss:
Gerne will ich mich dafür einsetzen, dass uns der Zuwachs an Macht und Einfluss NICHT satt und schläfrig macht. Wir sind gefordert auch weiterhin nach den besten Lösungen für die Menschen in Baden-Württemberg zu suchen:

Ich will mich dafür einsetzen, dass wir die Ökologisierung der Wirtschaft mit sozialer Gerechtigkeit verbinden. Dass wir uns noch stärker mit der Zivilgesellschaft vernetzen. Dass die Partei ein selbstbewusster Ton im Dreiklang Regierung, Fraktion und Partei sein kann.

Hierfür will ich mich einsetzen und bitte um Euer Vertrauen und Eure Stimme für die Arbeit im Parteirat. Für lebendige Grüne. Für ein grünes Baden-Württemberg.

Von ganzem Herzen: Oben bleiben.

(Wurde mit 96 Stimmen für weitere zwei Jahre in den Parteirat gewählt. Für das tolle Ergebnis und das damit verbundene Vertrauen bedanke ich mich ganz herzlich.)

………… Der Autor ist Mitglied im DVPJ ……………..