Klimaschutz kann Immobilienwirtschaft nutzen

Gelesen von Dirk Werhahn

Grünes HausIm Investmagazin Plan (IVG Immobilien AG) macht Miriam M. Beul in der Sonderausgabe März (Seite 40 ff) auf den wichtigen Beitrag der Immobilienwirtschaft zum Klimaschutz aufmerksam.

Die Mehrkosten für einen Neubau liegen zwischen fünf und zwölf Prozent. Diesen Kosten steht jedoch ein enormer Nutzen gegenüber. Denn Planung und Errichtung machen im Lebenszyklus einer Immobilie nur 20 Prozent der Kosten aus. Hingegen entstehen 80 Prozent der Kosten bei der Nutzung – davon wiederum sind 50 Prozent Energiekosten. (Gerechnet von der Deutschen Energie Agentur, siehe Bericht 2007 S. 18 – 1,3 MB)

Im Artikel ist weiter beschrieben: „In den OECD-Ländern sind Bau, Betrieb und Abriss von Gebäuden und baulichen Ablagen für 25 bis 40 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich, für 30 Prozent des Rohstoffverbrauchs und circa 30 bis 40 Prozent der Treibhausgas-Emmissionen.“

Für Unternehmen, die Immobilen erstellen, kann sich das Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung positiv auswirken. Denn sie können sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, mit denen sie sich von den Konkurrenten abheben.

Dass das Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung nach wie vor noch wenig ausgeprägt ist, kann daran liegen, dass sich Nutzer, Bauwirtschaft, Investoren und Entwickler gegenseitig die Verantwortung zu schieben. Entsprechende rechtliche Vorgaben könnten Klarheit für eine nachhaltige Immobilienwirtschaft und dadurch mehr Klimaschutz bringen.

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Autofreundliche Stadt

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Strassenverkehr HamburgDie „autofreundliche Stadt“ der 60er Jahre machte die Fußgänger zu unliebsamen Außenseitern. Die Technisierung und Maschinisierung des Stadtlebens verwirklichte damals futuristische Visionen. Heute stellen wir fest, dass Geschwindigkeit und Mobilität zugenommen hat. Ist dadurch Lebensqualität gestiegen? Das ist fraglich. Hinzu kommen die Prognosen zum Klimawandel und die Forderungen zum Klimaschutz. Der CO2 Ausstoß ist drastisch zu reduzieren.

Das bedeutet, dass flächendeckend stadtplanerisch neue Wege beschritten werden müssen. Erfahrungen hierzu werden in Projekten wie WOA oder „Autofreies Wohnen e.V“ gemacht. Auch beim Einkaufen finden sich erste Erfahrungen: „Mit seinem besonderen Ambiente gilt der Alsterdorfer Markt nach vier Jahren auch über Hamburgs Norden hinaus als Geheimtipp. So schätzen immer mehr Hamburger hier autofreies Einkaufen, sommerliches Freiluftkino, spezielle Märkte oder entspanntes Sonntags-Brunch und abendliches Essengehen. (Evangelische Stiftung Alsterdorf)

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Wenn schon Auto

Gefunden von Dirk Werhahn

AutoEs wird noch eine ganze Zeit dauern, bis sich die individuelle Mobilität vom Verbrauch herkömmlicher Treibstoffe (inkl. Agrartreibstoffe) entkoppelt hat. Neben dem ökonomischen zwingt der ökologische Druck zum Kauf von Fahrzeugen, deren Verbrauche nicht allzu hoch sind. Hier ein paar Exemplare. (Die nachfolgenden Links leiten auf die Seite der Hersteller):

VW Polo BlueMotion
Toyota aygo
smart cdi
Seat Ibiza Ecomotive
Toyota Prius
Citroën C1
Peugeot 107
Honda Civic Hybrid

Wer noch weitere ressourcensparende Automobile kennt, bitte unter Kommentare eintragen.

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Energie ist nicht alles…

Nachgelesen von Dirk Werhahn

Sonne grünNach dem Entropiesatz der Thermodynamik strebt Energie innerhalb eines geschlossenen Systems unaufhaltsam und unumkehrbar einem Zustand völliger Verteilung bzw. Dissipation zu. Energie verbraucht sich nicht, nimmt jedoch andere Formen ein. Das ist zwar physikalisch korrekt.

Wenn wir uns jedoch über die Energieversorgung der Menschen Gedanken machen, müssen wir über Energie genauer nachdenken. Das Problem liegt nicht im Mangel an Energie, sondern an der Notwendigkeit, diese in eine von uns gewünschte Energieform zu bringen.

Energie hat Anteile, die umwandelbar sind, und solche, die nicht umwandelbar sind:

  • „Exergie“ steht für jede Art von Energie, die der Menschen in Arbeit umsetzen kann. Sie kann tatsächlich verbraucht werden, indem sie eine andere Form annimmt.
  • Der andere Teil der Energie wird als „Anergie“ bezeichnet. Dies ist jene Form der Energie, die sich nicht nutzen lässt.

Energie ist die Summe aus Exergie und Anergie. Beide Teile zusammen sind konstant. Es kann folgende Gleichung gebildet werden:

Exergie + Anergie = Energie

Mit dem Exergie-Begriff können unterschiedliche Energieformen im Blick auf ihre praktische Nutzung bewertet werden. Der Exergie-Gehalt der Wärme ist in der Praxis relativ gering. Strom besteht jedoch zu hundert Prozent aus Exergie. Die Exergie kann in Anergie umgewandelt werden (meist indem die Energieform genützt wird), umgekehrt geht es nicht.

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Agrartreibstoffe und Klimaschutz?

Ein Bericht von Dirk Werhahn

Sonne grün

Tempolimit sofort!

Im Wahlprogramm der GRÜNEN von 2005 ist zu lesen:„Unser Ziel bis 2020 heißt: „4×25“. Aus Erneuerbaren Energien, und nachwachsenden Rohstoffen wollen wir bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts ein Viertel der heutigen Stromversorgung, ein Viertel der heutigen Wärmenutzung, ein Viertel des heutigen Kraftstoffverbrauchs und ein Viertel der heute produzierten Güter der Chemischen Industrie herstellen. […] Langfristig wollen wir die industrielle Produktion von Gütern und Kraftstoffen umfassend auf eine regenerative Rohstoffbasis stellen. “

Die 25 Prozent Kraftstoffverbrauch aus nachwachsenden Rohstoffen werden nun in Frage gestellt. Hier die Risiken:

  • Flächenkonkurrenz zur Produktion von Lebensmitteln, Verteuerung und Hunger in ärmeren Ländern
  • Zerstörung von Regenwald und Natur.
  • Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Einfallstor für noch mehr Chemie, Kunstdünger und Gentechnik.
  • Beibehaltung der Verschwendungswirtschaft.
  • Industrielle Landwirtschaft in der Hand von Konzernen und nicht mehr in Bauernhand.

Auf dem Biomassekongress der Grünen in Baden-Württemberg geht Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber (Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus, TU München) in seinem Beitrag auf das Thema „Zur Konkurrenz von Bioenergie- und Nahrungsmittelerzeugung“ ein. Dabei wird u.a. deutlich, dass die Preise für Nahrung mit den Preisen für Agrarenergie zusammenhängen und dass die Agarpreise die Preise für Bioenergie belasten. Unabhängig davon sagt Heißenhuber (sinngemäß): Wenn wir heute ein Tempolimit einführen würden, dann könnten wir die Menge CO2 Emissionen reduzieren, die wir auch durch dem Ausbau der Agarkraftstoffe vermindern könnten.

Dr. Ludger Eltrop (Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Universität Stuttgart) zeigt „Die Klimabilanz der energetischen Biomassenutzung“ auf und verdeutlicht, dass bei der Kraftstofferzeugung, ein großer Anteil der in der Pflanze gespeicherten Energie verloren geht. Außerdem sei die Emission der Treibhausgase nicht zu vernachlässigen. Er hebt hervor, dass ein nachhaltige Biomasseförderstrategie zwei grundlegende Anforderungen erfüllen muss:

  • Biomassenutzung im Hinblick auf Treibhausgas-Vermeidung optimieren
  • einen nationalen, europäischen und internationalen Ordnungsrahmen für einen umweltgerechten Anbau von Energiepflanzen entwickeln. Dieser Ordnungsrahmen kann nicht unbeachtet der vorhandenen Instrumente für eine umweltgerechte Landwirtschaft entwickelt werden.

Seine Schlussfolgerungen:

  • Die Klimabilanz der Bioenergie fällt je nach Rohstoff und Verfahren sehr unterschiedlich aus. Die Reststoffverwertung schneidet günstiger ab als die Energiepflanzennutzung, die Nutzung als Festbrennstoff in Kraftwärmekoppelung-Anlagen besser als die Nutzung als Kraftstoff.
  • Die Klimabilanz hängt sehr mit der (Gesamt-)Effizienz der Prozessketten zusammen. Die Nutzung von Koppelprodukten und Minderung von Verlusten muss verstärkt werden! Kraftstoffe der 2. Generation schneiden besser ab als Kraftstoffe der 1. Generation. Die Nutzung von Energiepflanzen in Biogasanlagen nur mit hoher Wärmenutzung!
  • Das Optimierungspotenzial für Verfahren und Technologien (Prod., Bereitstellung und Nutzung) und auch die Klimabilanz ist groß!
  • hohe Minderungspotenziale bestehen dort, wo CO2-intensive Technologien (Kohle, u. a.) ersetzt werden.

Mein Fazit:

  • Das Thema ist sehr kompliziert und komplex. Man kommt nicht umhin sich auch mit technischen Fragen zu beschäftigen.
  • Die Vorgabe ‚ein Viertel des heutigen Kraftstoffverbrauchs aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren‘ ist langfristig nicht sinnvoll.
  • Auf Kraftstoffen basierende individuelle Mobilität (der Lebensstil) muss weiterentwickelt werden. Die Agarkraftstoffe bringen nicht die Klimaentlastung, wie gewünscht.
  • Biomasse bei Strom und Wärmeproduktion ist sinnvoll.
  • Tempolimit sofort.
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