Der geplünderte Planet…

… oder wie geht gutes Leben auch in 50 Jahren.

Schon mit dem Bericht „Grenzen des Wachstums“ hat der Club of Rome 1972 verdeutlich, dass der Ressourcenverbrauch von uns Menschen, den Bestand einer belebbaren Welt gefährdet. Mit dem neuen Bericht „Der geplünderte Planet“ macht der Forscherverbund deutlich, wie ernst die Lage ist. Auf seiner Homepage werden die wichtigsten Punkte zusammen gefasst (Zitat):

  • Die Erschöpfung der wichtigsten Energieträger, nämlich fossile Brennstoffe und Uran, wird bereits jetzt zu einem ernst zu nehmendem Problem. Bald wird das Maximum der konventionellen Ölförderung überschritten sein und das der anderen Öl- und Gaskategorien wird kurz darauf folgen. Die Kohleförderung könnte einige Jahre weiter zunehmen, bedeutet aber eine massive Schädigung der Umwelt. Was Uran betrifft, findet in diesem Jahrzehnt zwangsläufig ein Rückgang in der Förderung prinzipiell aller auf spezifischen Lagerstätten betriebenen Bergwerke statt.
  • Metalle wie Kupfer, Zink, Nickel, Gold, Silber u. a. könnten ihr Fördermaximum in weniger als 20 Jahren erreichen. Einige mineralische Rohstoffe sind aufgrund ihrer industriellen Verwendung besonders kritisch: Es gibt keinen Ersatz für Platinmetalle in Fahrzeugkatalysatoren, Seltene Erden werden für Magnete benötigt und Gallium, Germanium und Indium sind unerlässlich für die Elektroindustrie.  Die Vorräte dieser Rohstoffe könnten in naher Zukunft knapp werden.
  • Die moderne Landwirtschaft ist von Phosphor abhängig, da es ein lebenswichtiges Element für das Pflanzenwachstum ist und durch keine anderen Elemente oder Substanzen ersetzt werden kann. Da sich 75 % des bekannten, abbaubaren Phosphatvorkommens in Marokko und der Westsahara befinden, entwickelt sich Nordafrika zunehmend zu einem geopolitischen Brennpunkt. Ein mit dem extensiven Einsatz von Phosphor in der Landwirtschaft verbundenes Problem ist die Erosion fruchtbaren Bodens als eine langfristige Bedrohung für die Landwirtschaft.
  • Australien, Kanada, Kasachstan, Russland, Brasilien und Südafrika gehört der Großteil der bekannten Uranvorkommen.
  • Chile produziert ungefähr 35 % des weltweiten Kupfers, und China produziert mehr als 30 % des weltweiten Zinks.

Es wird nochmals mehr als deutlich, dass ein Umsteuern unerlässlich ist. Folgende Punkte beziehungsweise Fragen halte ich für wichtig:

  • Wir benötigen eine Transformation der Wirtschaft, die intelligente Lösungen für die zunehmende Ressourcenverknappung schafft. Über den Markt als Möglichkeit die Allokation von Gütern zu organisieren ist bezüglich der Verknappung nachzudenken. Denn das Ausschlussfrage „kann ich kaufen oder nicht“ sollte in Zukunft von dem Ausschlusskriterium geprägt sein „ist der Kauf nachhaltig oder nicht?“ es geht dabei nicht um planwirtschaftliche Elemente, denn diese haben gezeigt, dass auch hiermit keine Nachhaltigkeit geschaffen werden kann.
  • Produkte müssen konsequent recycled werden können. Diese benötigen eine extrem hohe Rückgewinnungsquote für alle knappen Ressourcen. Es ist zu prüfen, ob es ergänzende staatliche oder zivilgesellscahftliche Programme zur Produktentwicklung gibt, um die Marktkräfte entsprechend der zukünftigen Anforderungen zu lenken.
  • Die Energiewende muss in der Politik eine noch höhere Bedeutung gewinnnen, um noch schneller von den knappen Ressourcen unabhängig zu werden. Auch hier sind neben Wirtschaft, die Politik und vor allem die Zivilgesellschaft gefordert.
  • Mobilität ist neu zu bedenken. Dies hat auch Auswirkungen auf die Formen der Arbeit. Die Individualmobität ist so zu gestalten, dass sie ohne knappe Ressourcen auskommt. Der Öffentliche Mobilität ist zu fördern; aber auch dort muss gelten: Nur wenn der Antrieb, mit den knappen Ressourcen schonend umgeht. Dort wo heute noch weites Pendeln und regelmäßige Fernreisen gängige Praxis sind, werden Alternativen zu suchen sein. Es wird auch fraglich sein, ob der weltweite Gütertransport noch in dieser Form existieren kann, oder ob eine regionalisierte Produktion wieder wirtschaftlicher sein kann.
  • Die Sozialpolitik muss sich auf veränderte Ansprüche einstellen. Durch die knapper werdenden Ressourcen werden die Preise für Güter ansteigen und das Auseinanderklaffen von Arm und Reich wird noch sichtbarer.

Insgesamt wird klar, dass sich die Lebenstile von Menschen an die Herausforderungen anpassen müssen. Es wird die Frage sein, ob Politik und Bürgergesellschaft einen entsprechenden Wandel gestalten können, um eine Zukunft zu gestalten, in der auch noch unsere Kinder und deren Kinder gut leben können.

Drucken

Der Autor ist Mitglied im DVPJ ……………..

Energieeffiziente Stadtbeleuchtung für Ludwigsburg

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Einen hohen Verbrauch hat die Stadtbeleuchtung. So werden in Deutschland für die Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken jedes Jahr drei bis vier Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht; soviel wie rund eine Million Haushalte benötigen. Dies führt zu einem klimaschädlichen CO2-Ausstoß von über zwei Millionen Tonnen pro Jahr. Deshalb hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), die KfW Förderbank und das Umweltbundesamt (UBA) im Rahmen der Klimaschutzinitiative des BMU den Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung“ initiiert. Dieser beginnt mit einem Technikwettbewerb, dem sich ein Kommunenwettbewerb anschließt.

Das wäre doch mal etwas für Ludwigsburg.

Zum Vergleich: Im statistischen Mittel nutzt ein Zwei-Personen-Haushalt 3.030 kWh Strom im Jahr (2005) weiß der VDEW. Konkreter wird es bei der Betrachtung, dass man für eine Kilowattstunde Strom beispielsweise 15 Hemden bügeln oder 70 Tassen Kaffee kochen, zwei Tage lang einen 300-Liter-Kühlschrank nutzen oder eine Maschine Wäsche waschen kann.

Drucken

……………………..

Grüne Autos sind im Kommen

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Als habe der US-amerikanische Autohersteller General Motors (GM) in den Papieren der GRÜNEN gelesen und sich den Satz „Nur mit neuer umweltschonender Automobiltechnik erreichen wir eine zivilisierte Mobilität.“ aus dem Green Car Concept (pdf – 330 kB) zu Herzen genommen.

Zwar ist nicht ökologische Einsicht Grundlage für das Umdenken von GM, aber der ökonomische Druck ist nun zu hoch: Wegen der steigenden Benzinpreise wird GM verstärkt kleinere Autos mit niedrigerem Kraftstoffverbrauch herstellen. Deshalb will GM in Nordamerika vier Werke schließen, die große Fahrzeuge wie sportlicher Geländewagen und Pick-Up-Transporter produzieren. Ganz deutlich wird der Kurswechsel durch die Überlegungen von GM, die Geländewagenmarke Hummer zu verkaufen. Laut Pressemeldungen sind die Absatzzahlen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent eingebrochen.

Die Forderungen der GRÜNEN nach Effizienzsteigerung und Downsizing der Autos wurden in der Vergangenheit von den Automobilherstellen nur mäßig gehört. Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Automobilhersteller die Signale aus den USA nun wahrnehmen und zeitnah die von den GRÜNEN aufgezeigten Möglichkeiten ausschöpfen: Kraftstoffverbrauch senken, weniger Gewicht, Leichtlaufreifen, elektronische Schaltempfehlung und optimierte Verbrennungsmotoren lassen die CO2-Emissionen weiter sinken.

Neben den technischen Möhglichkeiten ist die Weiterentwicklung politisch zu stützen: Die grüne Forderung muss umgesetzt werden, ab dem Jahr 2012 gilt der CO2-Grenzwert von 120 g/km und ab 2020 80 g/km. Fahrzeuge, die 2012 mehr als 240g CO2 ausstoßen, dürfen keine Zulassung mehr erhalten. Daneben muss zeitnah das Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen eingeführt werden. Auch muss es steuerlich positive Auswirkungen haben, wenn ein verbrauchsarmes Auto gefahren wird.

Drucken

…………………………………..

Und es geht doch: dezentrale Energieversorgung

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Dass Erzeugung, Verteilung und Verbrauch in dezentralen Energieversorgungseinheiten zusammengefasst werden kann, hat das Bioenergiedorf Jühnde bewiesen. Das ganze Dorf mit 750 Einwohnerinnen und Einwohner beteiligt sich und erzeugt seine benötigte Energie (Strom und Wärme) selbst. Sie nutzen eine Energieanlage, die aus einer Biogasanlage und einem Biomasse-Heizwerk besteht. Ein Nahwärmenetz bringt die Energie zu den Haushalten. Laut Finanzial Times Deutschland lohnt es sich für die Jühnder Einwohnerinnen und Einwohner. Denn bisher sind bei einem Verbrauch von 3.000 Litern Öl im Jahr Kosten von rund 3.100 Euro entstanden. Zukünftig kostet die Versorgung mit Fernwärme aus Bioenergie nur 1.700 Euro pro Kopf und Jahr.

Auch wenn es gelingt in den kommenden Jahre 25 Prozent des derzeitigen Energieeinsatzes einzusparen, wird der Energiebedarf auf einem hohen Niveau bleiben. Um einen umweltfreundlichen und von den Menschen akzeptierten Lebensstandard zu gestalten, wird es neben dem Einsatz regenerativer Energien zur verstärkten Nutzung von weiträumig verteilten, auch verbrauchernahen Energieumwandlungsanlagen kommen. Das bedeutet, dass eine Umstrukturierung anzustreben ist, von einem heute zentral ausgerichteten Versorgungssystems hin zu einem System, mit vielen kleineren, dezentralen Einheiten. Die neuen Energiewandler stehen dort, wo die Energie gebraucht wird.

Photovoltaik

Die Umsetzung dieser regenerativen und dezentralen Energieversorgung ist im Windpark Druiberg in dem 970-Seelen-Städtchen Dardesheim (Landkreis Harz) gelungen. Durch die Windräder werden einerseits jedes Jahr etwa 160.000 Tonnen CO2-Treibhausgase eingespart und andererseits schon heute 40 mal mehr Strom erzeugt, als alle Einwohner der Stadt jährlich benötigen. Von den Photovoltaik-Dächer in Dardesheim, die unter anderen der Windpark-Gruppe gehören, wird rund ein Drittel des Stroms aller Dardesheimer Haushalte produziert.

Zukünftig wird es eine Vielzahl kleiner Kraftwerke in der Nähe der Verbraucherinnen und Verbraucher geben. Zentrale und dezentrale Energieversorgung schließen sich keinesfalls aus. Beide Energiesysteme werden nebeneinander bestehen und sich gegenseitig ergänzen. Notwendig ist , dass sie an eine weiterentwickelte Kraftwerksstruktur angeschlossen sind.

Damit die Konzepte einer umweltfreundlichen Energieversorgung flächendeckend gelingen können, ist ein kontrolliertes Verbraucherverhalten ebenso notwendig.

Drucken

……………………….

Entmaterialisierung der Wirtschaft

Ein Beitrag von Dirk Werhahn

Um Wirtschaftswachstum von Klima- und Umweltbelastung zu entkoppeln und somit den CO2 Ausstoß zu reduzieren, ist es sinnvoll sein, den Materialverbrauch und somit den Rohstoffeinsatz zu reduzieren. Dies kann einerseits dadurch gelingen, indem materielle Produkte durch Dienstleistungen ersetzt werden. Andererseits gilt es den Materialeinsatz insgesamt zu optimieren. Dabei sind die spezifischen Materialströme und die von ihnen ausgehenden Umweltbelastungen zu erfassen. Friedrich Schmidt-Bleek hat dafür den MIPS vorgeschlagen. Der “Material-Input pro Service-Einheit”. MIPS basiert also auf dem Rohstoffverbrauch eines Produkts (der aus Eigengewicht plus ökologischem Rucksack besteht).

Das Wuppertal Institut hat eine Tabelle mit Daten zur Materialintensität (MIT) herausgegeben. Es wird deutlich wie viel Materialeinsatz hinter einem Produkt steht.

Wird diese Entkoppelung von Produkten und Materialeinsatz Arbeitsplätze kosten oder schaffen?

Wenn es gelingt auch die kleinen und mittelgroßen Unternehmen mit dem entsprechenden Effizienzwissen auszustatten, ist davon auszugehen, dass eine Steigerung der Energie- und Materialeffizienz (Faktor-X) auch neue Arbeitsplätze schaffen kann.

Wird Verzicht notwendig sein?

Da ein massiver Konsumverzicht in den entwickelten Ländern politisch nur schwer, wenn überhaupt, durchsetzbar ist, sollte die Produktion von Gütern mit niedriger Wertschöpfung wieder regionalisiert werden. Dadurch kann zumindest der exzessive Materialtransport eingedämmt werden. Wichtig ist die technische Weiterentwicklungen der vielen Dinge des tägliche Lebens, um diese mit weniger Materialeinsatz herzustellen.

Einen Beitrag die Zukunft zu gestalten liegt darin, die Dematerialisierung der Produktion und die Entwicklung von CO2-armen Dienstleistungen voranzutreiben. So kann Technik das Ziel von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg unterstützen, die materialistische Wachstumsideologie westlicher und östlicher Prägung abzulösen. Doch trotz Regionalisierung und Materialeffizienz sollte auch klar sein, dass Leben nur dann auf der Erde langfristig möglich, wenn entsprechende Einschnitte im quantitativen Lebensstandard stattfinden.

Für eine Menschheit mit lebenswerter Zukunft.

Drucken

WordPress Blogmap