Grundeinkommen: Veränderung in der Erwerbsgesellschaft
Erstellt von admin am Donnerstag 15. November 2007
Ein Vergleich von Dirk Werhahn
Fortsetzung des Vergleichs der Anträge Grundsicherungsantrag des Bundesvorstandes Z-01 und Grundeinkommen LDK Baden- Württemberg Z-02

Im Antrag des Bundesvorstandes Z-01 ist in Zeile Z 188 zu lesen: “Es ist falsch, bedingungsloses Grundeinkommen für alle zu fordern, weil angeblich der Gesellschaft die Erwerbsarbeit ausgehe – allein im Bereich der Schwarzarbeit „verstecken“ sich fünf Millionen Jobs.”
Der Bundesvorstand ignoriert die Tatsache, dass heute weniger als 50% der Gesamtbevölkerung (82,25 Mio.) ein eigenes Einkommen erzielen. Der Rest lebt von Transferleistungen.
Folgende Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine klare Sprache. Nach ersten vorläufigen Berechnungen waren im September 2007 rund 40,05 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das waren 676 000 Personen (+ 1,7%) mehr als im Vorjahresmonat September 2006. Damit stieg die Erwerbstätigenzahl dank guter Konjunktur und einer positiven Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt weiter kräftig an.
- Erwerbstätige
40,05 Mio. - Erwerbslose
3,44 Mio. - Erwerbspersonen
43,49 Mio. - Erwerbstätigenquote (Anteil der Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren an der gleichaltrigen Bevölkerung.)
70,7 % - Erwerbslosenquote (Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt)
7,9 %
Als erwerbslos gilt im Sinne der durch die EU konkretisierten ILO-Abgrenzung jede Person im Alter von 15 bis 74 Jahren, die in diesem Zeitraum nicht erwerbstätig war, aber in den letzten vier Wochen vor der Befragung aktiv nach einer Tätigkeit gesucht hat. Auf den zeitlichen Umfang der gesuchten Tätigkeit kommt es nicht an. Eine neue Arbeit muss innerhalb von zwei Wochen aufgenommen werden können. Die Einschaltung einer Agentur für Arbeit oder eines kommunalen Trägers in die Suchbemühungen ist nicht erforderlich. Personen im erwerbsfähigen Alter, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind, gelten als Nichterwerbspersonen.
Somit sind rund 29 % der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren nicht erwerbstätig. Davon suchen zur Zeit rund 21 % keine Erwerbstätigkeit.

Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum der Bundesvorstand weiterhin darauf besteht, dass wir für die problematische Koppelung von Erwerb und Arbeit keine Lösung benötigen: Dies ist anhand der aufgezeigten Zahlen nicht nachzuvollziehen. Denn eine Entkoppelung von Arbeit und Erwerb ist heute schon realisiert. Warum wollen oder können wir das nicht erkennen?


Freitag 16. November 2007 um 12:00 am
[...] Unterstützer der Grundeinkommenskonzepte, bin ich mehr denn je der Auffassung, dass es uns auf der BDK in Nürnberg gelingen muss, eine [...]